Sonntag, 22. Oktober 2017

Psychoanalytischer Ansatz – Teil II



Auf eins der erkenntnisreichsten Bücher der letzten Jahre habe ich mehrfach hingewiesen, weil ich möchte, daß jeder es liest.

….ein anderes Buch, welches ich nicht genügend loben kann, ist Karen Duves „Warum die Sache schiefgeht“ von 2014. Hier erklärt sie absolut überzeugend, wieso weltweit die Arschgeigen das Sagen haben.

Warum die Sache schiefgeht
Wie Egoisten, Hohlköpfe und Psychopathen uns um die Zukunft bringen
[….] Überleben ODER Beibehaltung des jetzigen Lebensstils – das ist der Entscheidungsradius, in dem wir uns bewegen. Schade nur, dass in Politik und Wirtschaft immer noch meist diejenigen das Sagen haben, die am allerwenigsten dazu geeignet sind. In ihre Positionen sind sie gekommen, weil sie Eigenschaften besitzen, die sich bei genauerer Betrachtung auch für eine Verbrecherlauf bahn eignen: Knallhartes Durchsetzungsvermögen, Risikobereitschaft, Selbstvertrauen und unbegrenzte Einsatzbereitschaft. Nette, verantwortungsvolle und sozial funktionierende Menschen schaffen es meist gar nicht erst bis in die Führungsetagen. Das ist ein Problem. [….]

Als Duve dieses grandiose kleine Werk (nur 170 großbuchstabige Seiten) verfasste, konnte niemand ahnen, daß ein Wahnsinniger wie Donald Trump für das US-Präsidentenamt kandidieren könnte, geschweige denn, daß er als offiziell von einer großen Partei nominiert werden würde.
Liest man Duves Buch mit dem heutigen Wissen um den gegenwärtigen Okkupanten des Weißen Hauses erneut, kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Der eben noch kühne Gedanke, daß Psychopathen außer Serienmörder auch sehr gut Politik können, erscheint inzwischen naheliegend.

Warum die Sache schiefgeht s.25

Die im US-Wahlkampf täglich präsentierten erschreckenden Verhaltensweisen Trumps, seine grotesk-brutalen Ausfälle, die hinlänglich dokumentierten Beleidigungen, grotesken Schimpftiraden und die offensichtliche Begeisterung für Brutalität schadeten Trump, wie man a posteriori weiß, nicht.

[…] Trump spon­ser­te 1989 eine Kam­pa­gne, die das Ziel hat­te, fünf Ju­gend­li­che in New York hin­zu­rich­ten. Als dann de­ren Un­schuld be­wie­sen war, ließ er das ein­fach nicht gel­ten.
Er prahl­te da­mit, sich Frau­en ge­gen­über jede Art von Überg­rif­fen leis­ten zu kön­nen ("Greif ih­nen an die Mu­schi. Du kannst al­les ma­chen").
Im Wahl­kampf ver­sprach Trump, er wer­de nicht nur das Wa­ter­boar­ding wie­der zu­las­sen, son­dern „noch viel wei­ter ge­hen“.
Er for­der­te sei­ne An­hän­ger auf Wahl­ver­an­stal­tun­gen auf, Pro­test­ler zu­sam­men­zu­schla­gen ("Prü­gelt ih­nen die See­le aus dem Leib. Ich zah­le den An­walt. Ver­spro­chen").
Er rief Waf­fen­nar­ren kaum ver­hoh­len dazu auf, sei­ne Kon­kur­ren­tin Hil­la­ry Clin­ton zu er­schie­ßen.
Er er­klär­te sich selbst für un­an­tast­bar ("Ich könn­te mit­ten auf der Fifth Ave­nue je­man­den er­schie­ßen, und es wür­de mich kei­ne ein­zi­ge Wäh­ler­stim­me kos­ten").
Er äu­ßer­te ver­schie­dent­lich Un­ver­ständ­nis dar­über, war­um man Atom­waf­fen, wenn man sie schon habe, nicht auch nut­zen dür­fe. [….]
(DER SPIEGEL, 21.10.2017, s.113 f)

Bei Duve konnte man schon drei Jahre zuvor nachlesen, weshalb so einer nicht sofort in der Gummizelle landet.
Man verwechselt seine dunklen destruktiven Ausfälle mit „Alphatierverhalten“ und leitet daraus sogar besonders große Führungsqualitäten ab.

Warium die Sache schiefgeht s.29

In den Führungsetagen gibt es überproportional viele Psychos.
Das muss nicht unbedingt eine Katastrophe sein.
Menschen mit Psychischen Probleme können dennoch, oder sogar gerade deswegen sehr erfolgreich sein.

Willy Brandts schwere depressive Episoden sind wohlbekannt; immer wieder war er nichts arbeitsfähig und schloss sich über Tage ein, war nicht ansprechbar.
Er war aber einer der besten Bundeskanzler, die wir je hatten, wurde mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

[….] Abra­ham Lin­coln zum Bei­spiel wein­te in der Öffent­lich­keit, und Theo­do­re Roo­se­velt war be­rühmt für sei­ne ma­ni­schen Ti­ra­den. Bei John F. Ken­ne­dy konn­ten die Au­to­ren der Stu­die zwar kei­nen un­mit­tel­ba­ren Hin­weis auf eine see­li­sche Stö­rung fin­den, doch stand er oft un­ter dem Ein­fluss psy­cho­ak­ti­ver Me­di­ka­men­te. Alle drei wa­ren zwei­fel­los er­folg­rei­che Prä­si­den­ten. [….]
(DER SPIEGEL, 21.10.2017, s.114)

Bei Trump liegt der Fall aber anders, da er zutiefst destruktiv veranlagt ist und zudem auch noch mit Dummheit und Borniertheit geschlagen ist.

Das von der Psychiaterin Prof Bandy Lee herausgegebene Buch über Trumps Wahnsinn legt allerdings dar, daß Trumps Wahnsinn hochgefährlich ist.

 […..] In THE DANGEROUS CASE OF DONALD TRUMP, twenty-seven psychiatrists, psychologists, and other mental health experts argue that, in Mr. Trump’s case, their moral and civic “duty to warn” America supersedes professional neutrality. They then explore Trump’s symptoms and potentially relevant diagnoses to find a complex, if also dangerously mad, man.
Philip Zimbardo and Rosemary Sword, for instance, explain Trump’s impulsivity in terms of “unbridled and extreme present hedonism.” Craig Malkin writes on pathological narcissism and politics as a lethal mix. Gail Sheehy, on a lack of trust that exceeds paranoia. Lance Dodes, on sociopathy. Robert Jay Lifton, on the “malignant normality” that can set in everyday life if psychiatrists do not speak up.
His madness is catching, too. From the trauma people have experienced under the Trump administration to the cult-like characteristics of his followers, he has created unprecedented mental health consequences across our nation and beyond.
It’s not all in our heads. It’s in his. […..]

Das ist in der Tat außerordentlich beunruhigend, was die 27 Experten über Trump zusammentragen.

[….] Das Ver­hal­ten des Tä­ters zei­ge cha­rak­te­ris­ti­sche Merk­ma­le ei­nes So­zi­o­pa­then, ur­teilt der Gut­ach­ter und Psych­ia­ter Lan­ce Do­des. Es hand­le sich da­bei um „eine der schwer­wie­gends­ten al­ler see­li­schen Stö­run­gen“. So­zi­o­pa­then lit­ten un­ter ei­nem „De­fekt in der grund­le­gen­den Na­tur ih­res Mensch­seins“. Ihre ty­pi­schen Ei­gen­schaf­ten: „Sa­dis­tisch, mit­leid­los, grau­sam, ab­wer­tend, un­mo­ra­lisch, pri­mi­tiv, kalt­schnäu­zig, räu­be­risch, schi­ka­nie­rend, ent­mensch­li­chend.“
Do­des lässt kei­nen Zwei­fel dar­an, dass er von ei­nem ge­fähr­li­chen Mons­trum spricht. Doch ge­meint ist nicht etwa der At­ten­tä­ter von Las Ve­gas. Nein, die Rede ist vom am­tie­ren­den Prä­si­den­ten der Ver­ei­nig­ten Staa­ten.
Do­des' Ex­per­ti­se ist Teil ei­nes Buchs, in dem 27 Fach­leu­te – teils sehr nam­haf­te Psych­ia­ter und Psy­cho­lo­gen – ihr Ur­teil über Do­nald Trump ab­ge­ben(*). Der Band ist aus ei­ner Kon­fe­renz her­vor­ge­gan­gen, die un­ter dem Mot­to „Duty to Warn“ (Pflicht zu war­nen) an der Uni Yale statt­fand.
Ent­stan­den ist ein un­heim­li­ches See­len­pan­ora­ma. Trump wer­den ein „hy­per­ma­ni­sches Tem­pe­ra­ment“, eine „wahn­haf­te Los­lö­sung von der Wirk­lich­keit“ und „pa­ra­no­ide Hy­per­emp­find­lich­keit“ at­tes­tiert. Die Au­to­ren un­ter­stel­len ihm nicht nur „Ge­dan­ken­lo­sig­keit“, „Leicht­sinn“ und „Selbst­ver­herr­li­chung“, son­dern auch „Frau­en­hass“, „Bos­haf­tig­keit“ und „Be­wun­de­rung für Ge­walt­herr­scher“. So­gar vor Ver­glei­chen mit Adolf Hit­ler schre­cken die Fach­leu­te nicht zu­rück.
Den Le­ser hin­ter­lässt das Buch fas­sungs­los: Wird das mäch­tigs­te Land der Welt wirk­lich von ei­nem Ver­rück­ten re­giert? Ei­nem Grö­ßen­wahn­sin­ni­gen, der nicht recht weiß, was er tut? [….]
(DER SPIEGEL, 21.10.2017, s.112)

Die Diagnosen decken sich zum Teil mit denen, die ich letzte Woche zusammentrug.

[….] Leo­nard Glass hofft, der Be­geis­te­rung der Trump-An­hän­ger mit sei­ner Ex­per­ti­se et­was ent­ge­gen­set­zen zu kön­nen: „Die Leu­te glau­ben, Do­nald Trump sei ein rich­ti­ger Kerl“, sagt er. „Sie den­ken: Der hat Mumm, der hat Geld, der lässt sich von nie­man­dem was sa­gen.“ Des­halb sei es wich­tig, den Men­schen zu er­klä­ren, dass all das auf­ge­bla­se­ne Ge­prah­le ver­mut­lich nur Aus­druck ei­ner Ich-Schwä­che sei. Wer es nö­tig habe, sich selbst so maß­los zu prei­sen, dem mang­le es an Selbst­wert­ge­fühl. [….]
(DER SPIEGEL, 21.10.2017, s.114f.)

Das ist wenig überraschend, da Trump durch seine stark eingeschränkte Intelligenz und mangelnde Bildung gar nicht in der Lage ist seine gravierenden Charakterdefizite zu verbergen.

Jeder kennt das peinliche Gefühl, wenn man mit Verspätung etwas begreift, das die anderen offensichtlich schon länger wissen.
Üblicherweise versucht man dann den eigenen Lapsus zu verbergen und sich nicht anmerken zu lassen wie verzögert der Groschen gefallen ist.
Nur unter guten Freunden gibt man unumwunden zu „das begreife ich ja jetzt erst; was bin ich nur für ein Idiot!“.

Trump ist aber zu dumm, um zu abstrahieren. Er kann nicht zwischen seiner eigenen Erkenntnis und der Sicht auf ihn unterscheiden.
Wenn er etwas Banales begreift, das für den Rest der Welt eine altbekannte Binsenweisheit ist, verbirgt er seine Bildungslücke nicht nur nicht, sondern weist auch noch lautstark drauf hin, indem er behauptet „NOBODY EVER KNEW…“, daß Gesundheitspolitik kompliziert ist, oder er macht sich sogar doppelt lächerlich, indem er behauptet er habe als erster einen Zusammenhang erkannt, oder einen Begriff, wie „fake“ geprägt habe – auch wenn es sich um einen terminus technicus handelt, der wie “prime the pump” seit Jahrzehnten gebräuchlich ist.

Das ist vielleicht das noch größere Problem, als die an sich schon schockierende Erkenntnis, daß ein neroesker Wahnsinniger ohne Selbstreflektion, Em­pa­thie­fä­hig­keit und Selbstkontrolle mit dem Atomcodes herumläuft:
62 Millionen Amerikaner wurden nicht etwa geschickt getäuscht und manipuliert ihn zu wählen, sondern sie haben sich für ihn entschieden, nachdem er anderthalb Jahre lang täglich bewiesen hatte, daß man ihn auf gar keinen Fall wählen darf.
Es waren nicht nur die schockierenden Ausfälle gegen jeden menschlichen Anstand, wie das Nachäffen eines Behinderten, das Prahlen mit Vergewaltigungsversuchen, der offensiv vorgetragene Rassismus und die manische Frauenverachtung.
Trump zeigt nicht nur mit seinen grotesken Bühnenaktionen – Wasserflaschen auskippen, um Rubios Schwitzen nachzumachen, auf Puerto Rico Paper-towels in die  Menge werfen und sich eine „10 out of 10“ für seine Hurricane-Management geben – wie unzurechnungsfähig er ist.
Seine manisches Lügen, die primitive Sprache und die ostentative Borniertheit zeigen in jedem Satz wie inkompetent er für das Präsidentenamt ist.

Ein demokratisches Wahlsystem, das so einen zum mächtigsten Mann der Welt macht, mit der Power die Erde 50 mal mit Atombomben zu zerstören, ist offensichtlich untauglich.

Samstag, 21. Oktober 2017

Fluchtursachen bekämpfen – Teil IV



Alle Jamaika-Parteien sangen im Wahlkampf das Lied von der „Bekämpfung der Fluchtursachen“.
Dabei konnte man den Eindruck gewinnen, es störte die frommen Christen weniger, daß Tausende in Mossul, Aleppo oder im Mittelmeer krepieren, sondern eher die Aussicht auf AfD-Wahlerfolge.
Lieber tote Afrikaner auf dem Meeresgrund vor Lampedusa, als Lebendige an den deutschen Grenzen, lautet offenbar die Maxime von Seehofer, Merkel und de Maizière.
Nur so ist die Grenzen-Dicht-Politik zu verstehen, während gleichzeitig die Deutsche und EU-Politik immer mehr Menschen dazu zwingt ihre Heimat zu verlassen und sich auf den tödlichen Weg nach Europa zu machen.

Man könnte natürlich theoretisch auch versuchen den Menschen zu helfen, bevor sie entweder tot, oder derart verzweifelt sind, daß sie fliehen müssen.
Ein verwegener Gedanke, der offensichtlich im Bundeskanzleramt unbekannt ist.

Merkel sorgt mit dafür, daß Fluchtursachen verstärkt werden.

Drei Beispiele dafür:

1.) In Syrien bewaffnet die Bundesregierung sowohl die Kurden, als auch die Türken, die gegen die Kurden kämpfen. Mit dem Waffennachschub für beide Kriegsparteien wird dafür gesorgt, daß der entsetzliche Krieg in Syrien weiter geführt werden kann.

2.)   Die EU intensiviert ihre Bemühungen Afrikas Landwirtschaft zu zerstören und ruiniert die Lebensgrundlagen dort so sehr, daß für Millionen Menschen nur Flucht bleibt.


[…] Die Ausbeutung eines an Rohstoffen so reichen Kontinents ist da nur ein Aspekt. Das geplante "Freihandelsabkommen" zwischen der EU und afrikanischen Staaten ist ein anderer, noch wesentlich empörender Aspekt.  Angesichts dieses "Irrsinns" gab sogar Frank Plasberg seine Äquidistanz auf, und ARD-Korrespondentin Shafagh Laghai erklärte, was die ungleiche "Partnerschaft" schon heute bedeute. Dass nämlich die EU künftig sogar zollfrei tiefgefrorene Schlachtabfälle nach Ghana exportieren könne und damit den dortigen Bauern unterbiete, der in seiner Heimat nur noch einen Markanteil von zehn Prozent halte - am Markt für Hühnerhälse, Hühnerflügel oder Hühnerfüße, wohlgemerkt. Bei Coltan oder Diamanten dürfte es nicht viel fairer zugehen.  Auch der Klimawandel, führte Bierdel aus, ist nicht eben auf afrikanische Schwerindustrie zurückzuführen - die blutigen Umwälzungen rund um den Tschad-See aber sind eine sehr konkrete Folge dieses Wandelns. [….]


Merkel ist nicht irgendeine minderwichtige Regierungsperson, die nichts ausrichten könnte.
Sie amtiert viel länger als die meisten anderen und kontrolliert die viertgrößte Wirtschaftsmacht der Erde, das mit Abstand größte Land der EU und den gegenwärtigen Exportweltmeister. (……)

Unsere grandiose Bundesregierung setzt eben andere Prioritäten.
So verkündete die allseits beliebte Angela Merkel, während sie global dafür sorgt die Fluchtursachen zu verstärken, indem z.B. neue Handelsabkommen mit Afrika die Lebensgrundlage von Millionen Armen zerstören (Stichwort: Holländische Landnahme in Äthiopien), es liege ihr daran, daß die Deutschen wieder mehr Kirchenlieder sängen.

Am besten werden Fluchtursachen aber aufgeplustert, indem wir ordentlich Waffen mitten in die Krisengebiete exportieren.

Deutschlands Rüstungsexporte steigen erneut, allein die Ausfuhr von Munition für Kleinwaffen hat sich in diesem Jahr verzehnfacht. Mit ihnen werden in Bürgerkriegen wie in Syrien die meisten Zivilisten getötet.
Insgesamt hat die Bundesregierung in den ersten sechs Monaten 2016 Rüstungsexporte im Wert von mehr als vier Milliarden Euro genehmigt - mehr als eine halbe Milliarde mehr als im Vorjahreszeitraum. Aufschlussreich sind die Einzelheiten im Rüstungsexportbericht, über den die Nachrichtenagentur dpa berichtet und der am Mittwoch im Kabinett beraten werden soll.
So hat die Bundesregierung die Ausfuhr von Kleinwaffen im ersten Halbjahr leicht zurückgefahren, doch haben sich zugleich die Exporte von Munition für diese Waffen verzehnfacht. Auffällig sind auch Verschiebungen in der Liste der wichtigsten Bestimmungsländer. So rückte etwa die Türkei seit Beginn der Flüchtlingskrise von Platz 25 auf Rang 8 vor. [….]

Herzlichen Glückwunsch, Merkel-Regierung!
Irgendwie muß man doch noch mehr Leute in die Flucht treiben und krisengeschüttelte Bürgerkriegsländer noch mehr in Chaos und Tod stürzen.

Wie wir als EU, als der stärkste und mächtigste EU-Mitgliedsstaat, als deutsche Verbraucher durch Billigwahn, unsere perverse Gesetzgebung und Agrarsubventionen insbesondere die afrikanische Wirtschaft zerstören, ist seit Jahrzehnten bekannt.


Nur noch knapp 20 % des Hühnerfleisches werden in Europa als ganzes Huhn verkauft.
Obwohl weltweit das turbomäßig getunte Hybridhuhn gezüchtet wird, haben sie ihre Nachteile - dummerweise bilden diese Kreaturen, die wir zum Fressen gern haben in den paar Wochen ihrer kläglichen lichtlosen Existenz neben der Brust noch andere Körperteile aus.
K3 heißen diese Teile, sie sind sozusagen der Kollateralschaden der Fressgier der Reichen:
Restfleisch-Kategorien; K3-Produkte sind Hühnerköpfe und -beine, Flügel und Innereien. Oder wie es in einem anderen bizarren Wort heißt: Hühnerklein. Als Hühnerklein bezeichnet man die Innereien (Leber, Magen, Herz) sowie die Kleinteile wie Flügel, Rücken, Schenkelteile und Hals eines Huhns die bei den meisten üblichen Gerichten keine Verwendung finden.

In der sehenswerten ARD-Reportage „der Europa-Check“ wurden ähnlich abartige Praktiken gezeigt.

Mit europäischen Agrarsubventionen werden gewaltige Tomatenplantagen in Spanien und Italien subventioniert, die zudem auch noch geflüchtete Afrikaner in menschenunwürdigen Slums ohne Wasser und Strom vegetieren lassen, damit sie für zwei Euro Stundenlohn als Pflücker arbeiten und dazu beitragen, daß die Tomaten konkurrenzlos billig werden.
Die Tomaten tauchen eingedost in Accra auf den Märkten auf und kosten maximal die Hälfte von den in Ghana produzierten Früchten.
Die EU-Politik ruiniert also die Tomatenbauern in Ghana, machte Afrikaner in Massen arbeitslos bis sie gezwungen werden ebenfalls gen Europa zu ziehen, um dort die gleiche Arbeit wie zu Hause zu machen. Nur unter viel schlechteren Bedingungen, zu Ausbeuterlöhnen.

[…..] Flüchtlinge zum Problem erklären, aber gleichzeitig Fluchtursachen verstärken. Zaccaria Mutah aus Ghana schuftet auf EU-subventionierten Tomatenfeldern in Apulien für einen Hungerlohn. "Ich bin von Europa enttäuscht. Wir werden hier ausgenutzt als billige Arbeitskräfte." Zu Hause kann er von der Landwirtschaft nicht mehr leben, weil u. a. Billig-Tomaten aus der EU den heimischen Markt zerstört haben. […..]

Bundeskanzlerin Merkel und Landwirtschaftsminister Christian Schmidt, die in Brüssel so eine Agrarpolitik durchsetzen, handeln ethisch zutiefst verwerflich.
Sie sind Ausbunde der Amoral, wenn sie anschließend auch noch die Migrationsbewegungen beklagen sowie Maßnahmen zur Abwehr von Menschen einleiten.


Wie Merkels EU selbst gesunde afrikanische Staaten als Billig-Absatzmarkt missbraucht und  mutwillig die dortige Wirtschaft zerstört, sogar afrikanische Länder durch den IWF zwingt Zölle zu senken, wird seit Jahren immer wieder ausführlich dokumentiert.
Merkel schafft aktiv Fluchtursachen.

[…..] Die EU schickt also nicht nur Entwicklungshilfe nach Afrika, sie schickt auch Tomaten. Tonnenweise verschiffen europäische Lebensmittelkonzerne ihre Güter in die afrikanischen Hafenstädte: Tomatenmark aus Italien, Milchpulver aus Dänemark, Tiefkühlhühnchen aus Deutschland. Afrika ist für sie ein wichtiger Absatzmarkt. Dort bieten sie ihre Waren so billig an, dass viele einheimische Produzenten aufgeben. Die Geflügelwirtschaft in Ghana liegt brach, weil sie mit den Preisen der europäischen Hühnerflügel nicht mithalten kann. Die westafrikanischen Milchbauern kämpfen  ums  Überleben, und viele  Tomatenbauern werden ihre Ernte kaum los. Laut den Daten der FAO und des ghanaischen Landwirtschaftsministeriums ist der Marktanteil der heimischen Tomaten in den letzten Jahren stetig gesunken. Gleichzeitig stiegen die Importe von ausländischem Tomatenmark. Im Zeitraum von 1998 bis 2013 um das 34-Fache.  Für Kojo Ebeneku ist die EU kein Helfer. Sie ist ein mächtiger Konkurrent. In vielen Staaten Afrikas  erschweren  Importe  die  wirtschaftliche  Entwicklung. […..]
(Ein Mann pflückt gegen Europa - Wie Tomaten aus der EU afrikanische Bauern zu Flüchtlingen machen. Matthias Krupa und Caterina Lobenstein, 30. Dezember 2015)

Merkel legte in den Jahren nach dem diese Zusammenhänge öffentlich in Europa immer mehr dokumentiert werden, intensiv die Hände in den Schoß und beschäftigte sich mit Nichtstun und aussitzen.

Und so zeigten aktuelle Reportagen dieselben perfiden EU-Methoden.

Freitag, 20. Oktober 2017

Das unheimliche Ehepaar.

1990 war ich stolz auf Oskar Lafontaine. Wie er trotz des brutalen Attentats auf ihn den Bundestagswahlkampf durchstand, dem nationalen Rausch widerstand und stattdessen auf Wahrheit und Fakten setzte.
Es war damals schon klar, daß Wähler nicht gern ernst genommen werden und lieber dem Märchenonkel („blühende Landschaften, zahlen wir aus der Portokasse, keine Steuererhöhungen..“) hinterherliefen.
Lafontaine blieb dennoch ehrlich (und verlor).
Daß wir Sozis 1994 mit Slowmotion-Scharping keine Chance haben würden war mir frühzeitig klar.
1995 war ich wieder stolz auf Oskar Lafontaine, als er im November den Mannheimer Parteitag so aufmischte, daß Scharping weggefegt wurde.


So geht das. Der neue SPD-Parteivorsitzende Lafontaine machte seine Sache gut. Führte seine Partei zielstrebig ins Kanzleramt.
Im Jahr 1999 wurde er leider verrückt, ließ in einem beispiellosen Akt von Verantwortungslosigkeit Partei und Regierung im Stich.
Damit aber noch nicht genug; bald wurde er auch noch schäbig und destruktiv. So heuerte er von 1999 bis 2006 für monatlich EUR 6.000,- bei der BILD-Zeitung an, um die rotgrüne Regierung zur Strecke zu bringen und Angela Merkel zur Kanzlerin zu machen.
Die BILD ist die Zeitung, die beispielsweise wahrheitswidrig von „den faulen Griechen“ schrieb und vehement Austeritätspolitik einforderte – „IHR GRIECHT NIX!“ – lautete eine ihrer Schlagzeilen.
Das politische Naturtalent Lafontaine hockte nun in seiner Millionen-Villa und spie Feuer zur Freude der CDU-Zentrale.

Schon vor 12 Jahren war er mit rechtspopulistischen Tönen aufgefallen.

Vor rund 1.500 Zuhörern hatte der frühere SPD-Vorsitzende gesagt, weil der Staat verpflichtet sei, seine Bürger zu schützen, müsse er verhindern, „daß Familienväter und Frauen arbeitslos werden, weil Fremdarbeiter zu niedrigen Löhnen ihnen die Arbeitsplätze wegnehmen“.
Der Begriff Fremdarbeiter stammt laut Brockhaus-Lexikon ursprünglich aus dem nationalsozialistischen Sprachgebrauch und steht für ausländische Zwangsarbeiter, die aus den besetzen Gebieten nach Deutschland deportiert worden waren.

Lafontaine leistete sich keinen einmaligen Ausrutscher; er ist Wiederholungstäter.

2005 in Chemnitz verwendete er erstmals Nazi-Vokabular und versuchte es immer wieder.

2007 trieb Lafontaine es soweit, daß die NPD ihre Gemeinsamkeiten betonte.

Beim Thema schnelle, brutale Abschiebungen übertrifft er CSU und AfD.

Unglücklicherweise deklamiert Sahra Wagenknecht auch manchmal AfD-Sprech, seit sie Lafontaine heiratete. Früher kamen ihre keine rechten Trigger über die Lippen.

Lafontaine will möglichst viele Flüchtlinge rauswerfen, um sich bei den AfD-Wählern anzubiedern. Ich halte das für hochgradig verwerflich.

Schon ganz schön widerlich in welche Richtung sich das Ehepaar Wagenknecht-Lafontaine entwickelt hat.

Das Lob der Rechtspopulisten hat gerade noch gefehlt. „Frau Wagenknecht hat die Situation sehr schön auf den Punkt gebracht“, findet AfD-Vize Alexander Gauland. „Wer freiwillig zu uns kommt, hat sich wie ein Gast zu benehmen. Möchte oder kann er das nicht, indem er gewalttätig und respektlos seinen Gastgebern gegenübertritt, dann muss er sofort Deutschland verlassen.“
Er freue sich darüber, so Gauland, „dass die Linke dies nun genauso wie die AfD sieht“.
Einen Tag vorher hatte Sahra Wagenknecht ganz anderes zu hören bekommen – aus ihrer eigenen Truppe. Mit Vehemenz und nahezu geschlossen stellte sich die Linksfraktion gegen ihre Vorsitzende.
Deren Äußerung nach den Silvesterübergriffen in Köln („Wer sein Gastrecht missbraucht, der hat sein Gastrecht eben auch verwirkt“) sei nicht hinnehmbar, donnerten die Abgeordneten. Weil das Recht auf Asyl nicht verwirkbar sei. Weil man als Linke Solidarität und Menschenrechte gefälligst nicht in Frage zu stellen habe. Und weil ja wohl auch keiner ernsthaft daran denken könne, syrische Flüchtlinge zurück in die Folterkeller des Assad-Regimes zu schicken.


Im Gegensatz zu machen AfD-Lautsprechern, die vermutlich gar nicht wissen was sie plappern, ist Wagenknecht belesen und intelligent.
Wenn sie also wider besseres Wissens auf dem AfD-Vokabular rumreitet, ist das gewissermaßen noch verwerflicher.
Scheuer und Dobrindt reden so und das stört mich wenig, weil die als ungehobelte Charakterschweine bekannt sind. Wagenknecht ist aber eigentlich eine Kluge und Gute – da schmerzen die Ausflüge nach ganz rechts umso mehr.

Unsympathische Typen von irgendwo her, die jetzt in Deutschland leben, haben kein Gastrecht, weil es so etwas wie „Gastrecht“ juristisch gar nicht gibt.
Deutschland gehört auch keiner Person, die dieses ominöse Gastrecht gewähren oder entziehen könnte.
Menschen leben hier, weil sie hier geboren sind, legal eingereist sind, einen Anspruch auf Asyl oder zumindest einen Anspruch auf ein faires Verfahren haben.

Wer im Zusammenhang mit Flüchtlingen und Asylanten vom „Gastrecht“ fabuliert, ist entweder total verblödet, oder er triggert sich bewußt an die Sprache der Rechtsradikalen heran.
Diesen Ausfall kann ich der Linken Fraktionschefin nicht verzeihen.


Zur Ehrenrettung der Linken sei erwähnt, daß viele Parteimitglieder genauso entsetzt über Wagenknechts AfD-Sprech sind wie ich.

[….] Klare Position? Gastrecht - das klingt nach Großzügigkeit gegenüber Flüchtlingen und nach: Die haben sich gefälligst anzupassen. In der CDU sprechen sie von Gastrecht: Kanzlerin Angela Merkel oder Vizeparteichef Thomas Strobl. Aber bei den Linken?

Als der Wagenknecht-Satz die Runde macht, platzt vielen Genossen der Kragen. Stefan Liebich, außenpolitischer Sprecher der Fraktion, stellt auf Twitter fest:

Es gibt kein #Gastrecht das ein Flüchtling verwirken könnte, sondern es gilt die Genfer Flüchtlingskonvention.

Jan van Aken, verteidigungspolitischer Sprecher, widerspricht Wagenknecht ebenfalls:

"Wer Gastrecht missbraucht, hat Gastrecht verwirkt" - das ist keine linke (und bislang auch keine LINKE) Position!

Auch die netz- und rechtspolitische Sprecherin Halina Wawzyniak reagiert:

in welchem gesetz steht "gastrecht"? was es nicht gibt, kann auch nicht verwirkt werden. flucht & asyl sind menschenrecht. unverwirkbar!
[….]

Daß Sahra Wagenknecht sich hat hinreißen lassen aus Angst vor der AfD ebenfalls alarmistisch nach einem Ende des Flüchtlingszuzuges zu rufen, zeigt, daß sie ihrem Ehemann Oskar Lafontaine bezüglich ihrer dunklen Charakterseiten in nichts nachsteht.

Einige Wochen vor der Wahl hatte Wagenknecht aufgehört selbst die rechte Trommel  zu schlagen.
Aber nun, nach den großen AfD-Erfolgen, will sie umso eifriger mit Höcke, Gauland und Weidel in einem Fahrwasser schwimmen.

[…..] Die Ge­schich­te der Links­par­tei war stets eine Ge­schich­te von Du­el­len: Ost ge­gen West, Mann ge­gen Frau, Rea­lo ge­gen Fun­di, La­fon­tai­ne ge­gen Bartsch, Gysi ge­gen La­fon­tai­ne. In dem ewi­gen Dra­ma könn­te die Paa­rung Sah­ra Wa­genk­necht ge­gen Kat­ja Kip­ping nun in ei­nem Grund­satz­streit um die Flücht­lings­po­li­tik mün­den.
Es geht um die Aus­rich­tung der Par­tei: Die Par­tei­vor­sit­zen­de Kip­ping zielt auf das ur­ba­ne, auf­ge­klär­te Mi­lieu, eine jun­ge, welt­of­fe­ne und avant­gar­dis­ti­sche Lin­ke. Frak­ti­ons­che­fin Wa­genk­necht sieht in der Flücht­lings­po­li­tik da­ge­gen die Haupt­ur­sa­che für die Wäh­ler­wan­de­rung von links nach rechts, ge­ra­de im Os­ten. „Es geht dar­um, sen­si­bler mit den Ängs­ten von Men­schen um­zu­ge­hen, statt sie als 'ras­sis­ti­sch' zu dif­fa­mie­ren und da­mit Wäh­ler re­gel­recht zu ver­trei­ben“, sagt sie.
Wa­genk­necht will die Lin­ke nach rechts schie­ben – und kün­digt an, sich bei dem Reiz­the­ma wei­ter ge­gen die Par­tei­li­nie zu stel­len: „Statt mit der we­nig rea­li­täts­taug­li­chen For­de­rung 'Of­fe­ne Gren­zen für alle Men­schen so­for­t' Ängs­te und Un­si­cher­heits­ge­füh­le zu be­för­dern, soll­ten wir uns dar­auf kon­zen­trie­ren, das Asyl­recht zu ver­tei­di­gen“, so Wa­genk­necht. „Das be­deu­tet nicht, dass je­der, der möch­te, nach Deutsch­land kom­men und hier blei­ben kann.“ In der Fra­ge müs­se man bald zu ei­ner neu­en Li­nie kom­men. [….]
In der Lin­ken kur­siert nun der Vor­wurf „Füh­rung durch Er­pres­sung“. Stun­den­lang dis­ku­tier­te die Frak­ti­on vo­ri­gen Diens­tag in Pots­dam die künf­ti­ge Auf­stel­lung. Es wur­de laut. „Ein pein­li­cher Kin­der­gar­ten“ sei das Gan­ze, so ein Frak­ti­ons­mit­glied. Ein Macht­spiel, bei dem alle ver­lö­ren.
Und auch die Ide­en, mit de­nen die Par­tei Wäh­ler zu­rück­ge­win­nen will, wir­ken hilf­los: Mehr Hüpf­bur­gen in den Städ­ten oder we­ni­ger An­trä­ge im Bun­des­tag? Die ei­nen wol­len die Bock­wurs­tes­ser im Os­ten nicht ver­prel­len, die an­de­ren zie­len auf die Ve­ga­ner in den Groß­städ­ten. Ein Drit­tel der Teil­neh­mer wa­ren Neu­lin­ge im Bun­des­tag. Sie zeig­ten sich be­son­ders frus­triert über den miss­lun­ge­nen Start. „Ver­zwei­felt“ be­schrieb ei­ner die Stim­mung.
[….][….]
Doch nun fürch­ten vie­le, dass Wa­genk­necht auch ihre Flücht­lings­po­li­tik mit ei­ner Rück­zugs­dro­hung durch­set­zen will – ge­gen den Wi­der­stand von Par­tei­che­fin Kip­ping. Kom­me es so weit, sagt ei­ner aus dem neu­en Frak­ti­ons­vor­stand, könn­te das be­deu­ten: Eine von bei­den muss ge­hen. [….]
(Nicola Abé, Markus Deggerich, DER SPIEGEL, 21.10.2017)

Die Linke-Fraktion im Bundestag hat sich soeben wieder eine Vorsitzende gewählt, die an die Stahlhelm-Fraktion der Union aus den 80ern und 90ern erinnert.

Während in Asylbewerber in Deutschland attackiert und ermordet wurden, erfanden Politiker aller Parteien den mittelalterlichen Nicht-Rechtsbegriff „Gastrecht“ und hetzten gegen Ausländer im Allgemeinen.

Die Woche 29.03.1996

Helmut Kohl, der ewige Bundeskanzler befand zu Beginn seiner Kanzlerschaft, als er die geistig-moralische Wende verkündete:

„Es ist doch überhaupt in Wahrheit kein Problem der Ausländer, sondern es ist in Wahrheit ein Problem der großen Zahl von türkischen Mitbürgern in Deutschland…. Aber es ist auch wahr, dass wir die jetzige vorhandene Zahl der Türken in der Bundesrepublik nicht halten können, dass das unser Sozialsystem, die allgemeine Arbeitslage, nicht hergibt. Wir müssen jetzt sehr rasch vernünftige, menschlich sozial gerechte Schritte einleiten, um hier eine Rückführung zu ermöglichen. Das ist einfach ein Gebot der Fairness untereinander, das offen auszusprechen.“
(Helmut Kohl 1982)

Das war der Tonfall, den die politischen Spitzenpolitiker vorgaben – Ausländer sind a) schlecht, b) viel zu teuer und c) viel zu viele.
Selbstredend war das damals genauso  wenig wahr wie heute, aber so dachte offensichtlich die Majorität.
Als die Ostzonalen immer mehr Asylunterkünfte ansteckten, gaben Unionisten kräftig weiter Verbal-Feuer.

„Vergleiche mit einem Heuschreckenschwarm, der überall, wo er durchzieht, eine Wüste hinterläßt, sind keineswegs übertrieben. Die Lösung kann daher nur lauten: konsequente Abschirmung Europas vor der Zuwanderung aus den Entwicklungsländern.“

„Ich halte es für einen Skandal, daß Asylbewerber heute noch nicht einmal bereit sind, für Ordnung in ihren eigenen Unterkünften zu sorgen“

“Angesichts der jetzt schon beklagten Überfüllung stellt sich die Frage: Wie viele Menschen verträgt das Land? Das ist eine Frage der Physik und der Biologie und – wie wir heute wissen – auch der Ökologie.“
(Staatsminister Peter Gauweiler, CSU, 1991)

„Wenn Scheinasylanten Deutschland auf Dauer überschwemmen, wird die Folge ein Absinken auf ein tiefes wirtschaftliches Niveau sein!“
(Prof Martin Kriele, Staatsrechtler Uni Köln)

„Nur ganz wenige der Asylbewerber haben wirkliche Not. Sie probieren das Leben im Westen schleicht und ergreifend aus. Sie gehen keiner Arbeit nach und kommen leider oft auf dumme Gedanken.“
(NRW-MdL Hartmut Schauerte, CDU, 1991)

„Im Asylbereich muß unser Ziel sein, zu einem politischen Konsens vergleichbar mit dem zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität zu kommen.“
(Dietmar Schlee, CDU, Innenminister Baden Württemberg, 30.07.1991)

„Ausländer sind Gäste, nicht Bürger und von daher auch keine Mitbürger.“

„Dieses Zeugs muß hier weg!“

"Die Stadt wird nicht zulassen, daß hier die Zigeuner tanzen"
(CDU-Bürgermeister Nikolaus  Jung im  saarländischen Lebach, 2000)

"Wenn sich die SPD  beim Kanzler-Gespräch  am 27.  September verweigert, ist jeder Asylant nach diesem Tag ein SPD-Asylant".
(CDU-Generalsekretär Volker Rühe 18.  September 1991 in der "Bild")

„Was soll ich den Leuten sagen, wenn in der Nähe eines Asylantenheims ein junges Mädchen vergewaltigt wird?“
(Edmund Stoiber, CSU, 1991)

„So können die Deutschen zum dritten Mal in diesem Jahrhundert das Ihrige dazu tun Europa zu ruinieren, dieses Mal durch ihre modische Wahnidee, hier das Sozialamt und das Krankenhaus für die ganze Welt zu errichten.“

„Sie können mit allen Völkern friedlich zusammenleben, wenn diese Völker ihre eigenen Territorien haben. Ist es vernünftig, daß man sein eigenes Aussterben betreibt? Was heißt das? Die genetische Verdrängung der Mitteleuropäer!“

„Angesichts der 57% betragenden Ausländerkriminalität ist die italienische Mafia sei dabei, ihre Zentrale nach Deutschland zu verlegen, weil die liberale Gesetzgebung es ihr hier besser erlaubt. Einzig Gesetzesänderungen können einen Wandel bringen, aber ein überzogener Liberalismus verhindert es."
(Heinz Eggert, CDU, Innenminister Sachsen 1994)

Eine Linken-Fraktionsvorsitzende, die diesen Duktus wieder aufwärmt, ist für mich nicht wählbar und ich denke auch, das Projekt R2G ist tot, so lange Wagenknecht amtiert.