Sonntag, 25. Januar 2015

Im Braunen irrlichternd


Pegida, das ist die Hass-Gruppierung, die von diesem sympathischen Herrn aufgebaut und geleitet wurde.


Peginesen sind Dreck, die Gewalt generieren und bei Minderheiten Furcht und Schrecken auslösen.

Peginesen leben in ihrer zusammenverschwörungstheoretisierten Wahnwelt.

Zehntausende Menschen tragen derzeit ihre wachsende Wut und Sorge auf die Straßen, weil sie die Überzeugung umtreibt, Deutschland sei einer schleichenden Islamisierung unterworfen. Es ist ein profunder Irrtum, der vor allem von interessierten Kräften im äußerst rechten Spektrum genährt wird. Von den mehr als 81 Millionen in Deutschland lebenden Menschen sind maximal vier Millionen Muslime; vielleicht auch deutlich weniger. Und die Zahl der Türken unter ihnen, der größten muslimischen Ethnie, nimmt ab, weil gegenwärtig mehr ethnische Türken in die Türkei auswandern als hierherkommen. Nach dem jüngsten Migrationsbericht der Bundesregierung kommen fast 77 Prozent der Zuwanderer aus Europa, namentlich aus katholischen Ländern wie Polen, Italien und Spanien. Von einer Islamisierung Deutschlands kann also keine Rede sein, viel eher von einer Entchristianisierung.

Peginesen sind glücklicherweise nur der deutsche Bodensatz, also eine klare Minderheit. Viel mehr Menschen demonstrieren GEGEN die Peginesen, als mit ihnen.

[….] Fast überall, wo die Pegida-Bewegung und ihre Ableger marschieren, stellt sich ihnen eine Mehrheit der Bevölkerung entgegen. [….]
Einmal machen wir es richtig. Wenigstes dieses eine Mal. Zwar entdecken in Politik und Medien die sogenannten Eliten gerade ihre stillen Sympathien für Pegida und Konsorten. Aber die Zivilgesellschaft wehrt sich. Wenn die Islamfeinde auf die Straße gehen, tritt ihnen häufig die Übermacht der Anständigen entgegen. Deutschland will mit diesen rechten Spinnern nichts zu tun haben. Ein Glück! Und endlich mal ein Grund für Stolz auf dieses Land! Nur in Dresden, da ticken die Uhren auch 25 Jahre nach der Wende noch anders.
[….] Noch vor wenigen Tagen konnte in der "FAZ" ein Dresdner (sic!) Politikwissenschaftler über die Folgen von '68 und linke Diskurshygiene faseln und beklagen: "Was einmal als 'rechts von der Mitte' gilt, sehen wir schon in Rechtspopulismus, Rechtsradikalismus, Rechtsextremismus, Faschismus abrutschen." Statt den Islamfeinden hinterherzuhecheln, könnte die "FAZ" jetzt titeln: "Schlimmer Verdacht - Pegida ist rechts!"
[….] Da hilft alle Ironie nichts: Die rechten Marschierer haben eine Gegenbewegung mobilisiert, die sich gewaschen hat. Kurios: Pegida wächst ja angeblich in dem Graben, der sich zwischen der öffentlichen und der veröffentlichten Meinung auftut, zwischen dem Volksempfinden und dem Elitendiskurs. Aber das Volksempfinden zeigt sich in diesen Tagen von seiner angenehmsten Seite: Beinahe überall, wo Pegida und seine lokalen Ableger auf die Straße gehen wollen, ist eine Überzahl von Gegendemonstranten schon zur Stelle. [….]

Die Anhänger des Hobby-Hitlers Bachmann werden glücklicherweise weniger.


Aber Bundesaußenminister Steinmeiner hat zweifellos Recht:
Der braune Mob auf den Dresdner Straßen, der NS-Parolen skandiert, schadet dem Ansehen Deutschlands massiv. Touristen bleiben inzwischen aus, weil weltweit über Dresdens dumpfe Demos berichtet wird.

Ich kann mich nur voll und ganz den Bedenken des Zentralrates der Juden in Deutschland anschließen.

[….] Angesicht der kommenden Demonstration hat der Zentralrat der Juden in Deutschland vor der Gefährlichkeit der Bewegung gewarnt. "Ich erwarte von jedem, der dort mitläuft, dass er sich bewusst ist, welches Gedankengut dort transportiert wird, und wem er dort folgt", sagte Zentralratspräsident Josef Schuster der "Neuen Osnabrücker Zeitung".
Es gehe ihm gar nicht darum, "dass oder ob alle Menschen, die an diesen Demonstrationen teilnehmen, selbst eine radikale Gesinnung haben", betonte Schuster. "Was mich aber sehr positiv stimmt, sind die spontanen Kundgebungen für ein offenes Deutschland, an denen noch viel mehr Menschen teilnehmen als bei Pegida."
[….] Derweil regt sich in immer mehr Städten der Widerstand gegen die Ideen der Islamkritiker. In Freiburg etwa demonstrierten am Freitagabend rund 20.000 Menschen gegen das Bündnis. [….]


Daß sich Sachsens MP immer noch bei den Peginesen einschleimt, statt sich mit ihren Opfern zu solidarisieren, zeugt einmal mehr von der verachtenswerten Politik der extrem rechten Sachsen-CDU.
Überraschen kann das nicht mehr.

[….] Nach einem Interview zum Thema Pegida und Zuwanderung steht Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich in der Kritik. Tillich signalisiere den Pegida-Demonstranten Verständnis, kritisierte Grünen-Fraktionschef Volkmar Zschocke. Diese würden das als Bestätigung ihrer Vorurteile verstehen.
In dem Gespräch mit der "Welt am Sonntag" hatte Tillich der Aussage von Bundeskanzlerin Angela Merkel widersprochen, der Islam gehöre auch zu Deutschland. Er teile diese Auffassung nicht, sagte der CDU-Politiker. Muslime seien in Deutschland willkommen und könnten ihre Religion ausüben. "Das bedeutet aber nicht, dass der Islam zu Sachsen gehört."
Dieser Ansicht Tillichs widerspricht Sachsens stellvertretender Ministerpräsident Martin Dulig: "Angela Merkel hat recht", schrieb der Parteivorsitzende der sächsischen SPD auf Twitter. "Der Islam gehört zu Deutschland. Das gilt auch für Sachsen."
Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow äußerte sich ähnlich. "Die ca 70.000 Muslime in Thüringen gehören zu uns!", kommentierte der Linken-Politiker. [….] Der Sprecher des Bündnisses "Dresden für alle", Eric Hattke, nannte die Äußerung Tillichs ein falsches politisches Signal. [….] In Deutschland leben rund vier Millionen Muslime, 98 Prozent von ihnen in den westdeutschen Bundesländern. In Sachsen sind es nur 0,7 Prozent. [….]

Tillich und die Dumpfdresdner. Das überrascht genauso wenig wie die Unterstützung der Braunen durch christsoziale Wadenbeißer à la Dobrindt und Schauer. Es ist lange Tradition der CSU gegen Ausländer und Minderheiten zu hetzen.

Schockierend und unverzeihlich ist hingegen das Auftauchen des Vizekanzlers bei Pegida.
Ausgerechnet Gabriel, der zwar ein notorischer Spontanist ist, aber immerhin im Kampf gegen Nazis schon sehr lange und kontinuierlich arbeitet.
Schon lange bevor er politisch bekannt wurde, engagierte er sich für den Erhalt von KZ-Gedenkstätten und führte persönlich Besuchergruppen durch ehemalige Lager.
Ein Engagement, das ihm offensichtlich wirklich wichtig ist.
Wieso fällt er jetzt seiner eigenen Generalsekretärin, die massiv von den Peginesen-Nazis bedroht wird, so demonstrativ in den Rücken und löst in der gesamten Presse Kopfschütteln aus?
Offensichtlich wieder einer dieser Quartalsirrsinns-Peaks des TTIP-Liebchens.

SPD-Chef Sigmar Gabriel, der grummelige Spontanist, kann nicht anders - und besucht in Dresden eine Veranstaltung mit Pegida-Anhängern und -Gegnern. Ein Fehler in dreifacher Hinsicht.
[….] Gabriels Besuch bei Pegidisten und Nicht-Pegidisten in Dresden am Freitag war ein für ihn typisches, zu wenig abgewogenes Wagnis. Schlimmer noch: Die Aktion war ein Fehler in dreifacher Hinsicht. Gabriel hat zur Unzeit zumindest Teile der Dresdner Latsch-Bewegung aufgewertet. Er hat nicht wenige demokratisch Engagierte und SPD-Sympathisanten verärgert. Und er hat auch noch seine eigene Partei düpiert sowie das alte Bild von der SPD gestärkt, die nicht weiß, was sie will.
[….] In der Demokratie muss man sich mit Meinungsinhabern aller Art auseinandersetzen. Manchmal, glücklicherweise selten, helfen nur juristische Mittel, zum Beispiel wenn der bisherige Hauptorganisator der Dresdner Pegida-Demos, Lutz Bachmann, Menschen als "Viehzeug" oder "Dreckspack" bezeichnet hat. Wer immer mit wie lauteren Motiven auch immer bei den diversen Gida-Demonstrationen mitgeht, der weiß, mit wem er auch gemeinsam demonstriert: mit Nazis, Hooligans, Fremdenfeinden und ähnlichem völkischem Volk. Diese widerwärtige Minderheit hängt sich da nicht nur an, sondern organisiert mit - siehe Bachmann und vergleichbare Leute in München oder Leipzig.
[….] Besonders bitter ist Gabriels Verhalten für die vielen Menschen in Dresden und anderswo, die sich vielleicht auch der SPD verbunden fühlen und gegen Pegida auf die Straße gehen. Sie wollen ein Zeichen setzen: Die Pegidisten sind nicht das Volk, sondern eine laute Minderheit, in der manche Positionen vertreten werden, gegen die gerade die Sozialdemokratie seit ihrer Gründung gekämpft hat. [….]

Ja, Gabriel, SO kommt es eben, daß die SPD nicht aus dem 20%-Tal emporsteigt.


Ein TTIP-Freund und Pegida-Liebchen ist nicht gerade werbewirksam als ranghöchster SPD-Vertreter der Bundesregierung.